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JOSEPH WILHELM | ONE WORLD AWARD REDE 2014


Einleitende Worte zur Verleihung des One World Award 2014


Zum 4. Mal verleihen wir gemeinsam mit unserem Partner und unseren Freunden der International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM) den Eine Welt Preis. Mit dem OWA werden Menschen und Initiativen ausgezeichnet, die mit ihrer Arbeit beispielgebend für eine positive und humane Ausrichtung der Globalisierung sind. Sie schaffen Perspektiven und Arbeitsplätze. Damit wirken sie einer Globalisierung entgegen, die nur den Industriestaaten und den „Multinationals“ nutzt.
Bis heute sind es vor allem wir in den reichen Ländern der nördlichen Hemisphäre, die von der Globalisierung profitieren. Eine Globalisierung, deren Wurzeln auf jahrhundertelange Kolonialisierung zurückreichen. 
Unser Wohlstand und bequemes Leben baut auf billig verfügbaren Rohstoffen und Arbeitskräften auf. Die Spielregeln dafür wurden in der Vergangenheit von den Kolonialmächten festgelegt.

"Wir haben uns an die heute gültige Weltordnung gewöhnt und hinterfragen diese meist  nicht allzu gerne.“

Und multinationale Konzerne sind heute die großen Nutznießer davon. Aber am Ende der Kette stehen wir alle, die KonsumentInnen in den Industrieländern, und freuen uns über billige Konsumartikel, vom Smartphone übers Auto bis hin zur günstigen Tasse Kaffee.
Wir haben uns an die heute gültige Weltordnung gewöhnt und hinterfragen diese meist nicht allzu gerne. Zu groß sind die Annehmlichkeiten unseres modernen Lebens.

Unsere Teller sind übervoll und wir müssen dafür nur einen geringen Teil unseres Einkommens aufwenden. In Deutschland sind das durchschnittlich zwölf Prozent. Unsere Straßen und Garagen sind voller Autos, Zweitwagen und Motorräder – und nun auch noch E-Bikes. Wir haben viel Freizeit und sind nicht nur Fußball-, sondern auch Reise-Weltmeister.
So ist nicht nur der materielle Wohlstand sehr einseitig auf der Welt verteilt. 20 Prozent der Weltbevölkerung besitzt 80 Prozent des Geldes und aller Güter.

Der Lebensstil in den Industrieländern ist um ein Vielfaches energieaufwändiger und umweltschädlicher als in den armen Ländern. Und dies, obwohl wir mit der Verlagerung belastender Industrien in Billiglohnländer auch die dazugehörige Umweltbelastung dorthin exportiert haben. Die Produktion eines Autos hierzulande erscheint dadurch sauberer, als sie es in Wirklichkeit ist.

„20 Prozent der Weltbevölkerung besitzt 80 Prozent des Geldes und aller Güter.“

Neben der ökonomischen und ökologischen Ungerechtigkeit erscheint die soziale Ungerechtigkeit als noch wesentlich bedrohlicher. Kriege, Hungersnöte und fehlende soziale Perspektiven treiben immer mehr Menschen aus Afrika, dem Nahen Osten und Teilen Asiens in die Flucht. Boatpeople und Flüchtlingslager sind inzwischen mediale Normalität.
 
Natürlich sind dies sehr komplexe Themen, die nicht einfach zu lösen sind und die Angst machen. Aber Angst ist der schlechteste Ratgeber. Und Aus- und Abgrenzung sind keine Lösung. Wir sollten uns vielmehr aktiv mit den Themen Welt-Gerechtigkeit und Welt-Sozialordnung auseinandersetzen. Und uns die Frage stellen: Was hat das mit meinem Leben zu tun? Und was kann ich als Einzelner beitragen, um etwas zu verändern? Experten sehen die Chancen für einen
friedlichen Übergang und der Schaffung einer dringend notwendigen, neuen Weltordnung bei 30 Prozent. Dabei werden sich die Staaten dieser Erde mit grundlegenden Fragen auseinandersetzen müssen.
 
So zum Beispiel: Wem gehören die Bodenschätze und andere Ressourcen? Wer darf sie ausbeuten und davon profitieren? Oder sind die in der Vergangenheit
willkürlich gezogenen Grenzen noch ein probates Mittel, um sie zu verkäuflichem nationalen Eigentum zu erklären? Ich glaube nicht.
 
Oder wie gehen wir mit der Tatsache um, dass bereits heute auf der Erde Lebensmittel für 13 Milliarden Menschen produziert werden und gleichzeitig jedes Jahr Millionen Menschen an Hunger sterben?

An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass wir das Eine Welt Festival ausschließlich vegetarisch verpflegen. Damit wollen wir darauf hinweisen, dass wir mit unserem überzogenen Fleischkonsum die Welternährung erschweren. Für die Produktion eines Kilogramms tierischen Eiweißes benötigt man durchschnittlich zwölf Kilo pflanzliches Eiweiß.

Um für diese Probleme Lösungen zu finden, werden wir klugen und uneigennützigen Welt-Organisationen in Zukunft mehr Macht und Mittel geben müssen. Der Weg hin zu einer entsprechend machtvoll ausgestatteten Weltorganisation oder gar einer Welt-Regierung wird noch ein langer und harter sein.

So würde aus meiner laienhaften Sicht betrachtet eine Welt-Währung viele aktuelle Ungerechtigkeiten beseitigen. Damit meine ich echtes Welt-Geld, an dem sich niemand mehr bereichern kann und das allen Menschen und Völkern gehört. Die Tatsache, dass heute täglich das Tausendfache der real existierenden Geldmenge auf elektronischem Weg um die Welt gepumpt wird, auf der Jagd nach Wechselkursgewinnen, wäre damit nicht mehr möglich.
Zum Schluss möchte ich noch mein Lieblingsprojekt vorstellen: den Eine Welt Pass oder One World Passport.
Dieser
hätte natürlich nur symbolhaften Charakter. Aber er würde zum Ausdruck bringen: „Ich bin ein Weltbürger, a world citizen,mit den gleichen Pflichten und Rechten wie meine sieben Milliarden Mitmenschen. Kriege um nationale Grenzen und aufgrund unterschiedlicher Glaubensrichtungen an andere Göttinnen und Götter werde ich nicht mehr führen. Ich bin bereit zu teilen, denn es ist genug für alle da.“

Mit der Verleihung des OWA an die ausgezeichneten Leuchtturm-Projekte für eine bessere und gerechtere Welt möchten wir Dir und Ihnen vor allem Mut machen, nicht nur umzudenken,sondern um-zu-handeln. Jetzt!
 
 



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