Professor Amin Babayev
OWA-Gewinner 2017


Amin Babayev erblickte das Licht der Welt in einem abgelegenen, faszinierenden Dorf im kaukasischen Gebirge. So erklären sich seine leidenschaftliche Liebe zur Natur und seine unermüdlichen Anstrengungen für ein Leben in Harmonie mit der Natur. Amin widmete seine akademische Laufbahn der natürlichen Ressource Boden und erlangte seinen Doktortitel in Bodenwissenschaft.

Nach seinem dreijährigen Engagement als Professor an der Landwirtschaftlichen Universität in Mali kehrte er nach Hause zurück und wurde bald zum Direktor des Fachbereichs für Bodenwissenschaft ernannt, welches mittlerweile auch ökologische Landwirtschaft lehrt. Zusätzlich leitet er das Organic Agriculture Regional and Experimental Resource Centre in Gakh.

LEIDENSCHAFTLICHER BODENKUNDLER MIT BIO-BODENSTÄNDIGKEIT

Amin verfügt über eine beeindruckende Liste von mehr als 200 wissenschaftlichen Veröffentlichungen und einem Dutzend selbst verfasster Bücher. Er teilt sein Wissen in internationalen Seminaren, Symposien und auf wissenschaftlichen Konferenzen. Er ist sehr viel mehr als ein Mann der Wissenschaft, die für ihn jedoch die Grundlage seiner Arbeit als ökologischer Anwalt und Aktivist in Aserbaidschan ist. Im Jahr 1996 gründete er die erste Organisation für Öko-Bauern in seiner Heimat, der er bis heute als Präsident vorsteht. GABA (Ganja Agro-Business Association) ist eine Plattform, auf der 1.600 Landwirte organisiert sind. Insgesamt praktizieren etwa 5.000 Landwirte Öko-Landbau auf 25.000 Hektar in Aserbaidschan. GABA arbeitet mit einem Team von 40 Personen und legt einen speziellen Fokus auf Frauenprojekte.

GABA gründete mehrere Organisationen und Verbände, einschließlich der Bank „Amin Credit Union GmbH” und der Zertifizierungsgesellschaft „AZEKOSERT GmbH”. Bis heute hat GABA 57 Projekte umgesetzt, mit denen über 1,3 Millionen Menschen erreicht wurden. Neben Broschüren und Handbüchern wurden 85 Bücher veröffentlicht und die Webseite von GABA hatte bislang 2,5 Millionen Besucher! Darüber hinaus war Amin auch die treibende Kraft und der Hauptverfasser der nationalen Bio-Gesetzgebung, die im Juni 2008 beschlossen wurde.

Amin setzt sich auf vielfältige Weise für sein Land und die Menschen dort ein. Er ist die Seele der Bio-Bewegung in und über Aserbaidschan hinaus. Seine Erfolge müssen im Kontext der politischen Situation gesehen werden. Denn es braucht sehr viel Mut für etwas zu kämpfen, das nicht von der Mehrheit unterstützt wird. Glücklicherweise sucht Amin jedoch nicht die Konfrontation. Er konzentriert sich auf das Netzwerken. Die Bewegung und sein Erfolg bestärken ihn dabei, das Risiko auf sich zu nehmen, ein Non-Konformist zu sein und das gesellschaftliche Establishment herauszufordern. Auch für seinen Mut verdient es Amin, als Bio-Held geehrt zu werden, auf den die weltweite Bio-Bewegung sehr stolz sein kann.