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DIE JURY


Nominierungen, die die aufgezählten grundsätzlichen Bewerbungsbedingungen erfüllen, werden von einem Gremium bestehend aus dem Jurymitglied Josef Wilhelm, dem Jury-Vorsitzenden Bernwar Geier und dem Organisationsteam gesichtet. Diese wählen aus dem Pool der Bewerber fünf Finalisten aus, die automatisch zu den Preisträgern gehören. Jede der fünf ausgewählten Personen erhält eine Urkunde und ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro.

Der Jury-Vorsitzende besucht die fünf Finalisten und deren Projekte und erstellt einen Bericht über jeden der Finalisten mit möglichst genauen und umfassenden Informationen für die Jury. Der Bericht dient der Jury als Grundlage für die zu treffende Endauswahl. Die fünf Finalisten und Preisgeldgewinner werden Ende Februar ausgewählt. Die vor Ort Besuche bei den Finalisten werden im April/ Mai terminiert.

Die OWA-Jury hat die Aufgabe die Endauswahl über den One World Award Preisträger zu treffen. Die Jury trifft diese Entscheidung aufgrund der verfügbaren Dokumentation und des Besuchberichts. Dadurch wird sichergestellt, dass die Jury eine fundierte und weise Wahl trifft. Um mögliche Interessenskonflikte zu vermeiden, nimmt der Jury-Koordinator an der Endauswahl nicht teil.


Vandana Shiva | Indien


Vandana Shiva wurde 1952 geboren. Sie ist promovierte Physikerin, die in Kanada studiert hat. Nach ihrer Rückkehr nach Indien richtete sie (im Kuhstall ihrer Mutter) ein eigenes Forschungslabor ein. Seit den 70er Jahren ist Vandana Shiva als Umweltaktivistin und Öko-Feministin aktiv. Sie sieht ihre Arbeit und ihren Kampf für die Armen in der Tradition von Mahatma Gandhi. Das deutsche Nachrichtenmagazin "Stern" betitelte sie in einem Interview über die Folgen der Globalisierung als die "Stimme der Armen". Sie ist eine weltweit anerkannte Autorität in den Bereichen Biodiversität, Saatgut, Agrogentechnik, Globalisierung und Klimawandel.

Vandana Shiva ist Mitglied im Club of Rome, Präsidentin des Internationalen Globalisierungsforums und Präsidentin der "Future of Food Commission" sowie Vize-Präsidentin von Slow Food. Das Time Magazin ernannte sie zu einer der fünf "Helden des Grünen Jahrhunderts". Neben zahlreichen weiteren Auszeichnungen ist Vandana Shiva ebenfalls Trägerin des "Alternativen Nobelpreises" (Right Livelihood Award).




Tewolde Berhan Gebre Egziabher | Ethiopia


Tewolde Berhan wurde 1940 geboren. Nach Abschluss seiner Ausbildung an der Universität von Addis Abeba nahm er eine Doktorandenstelle an der Universität von Wales an. Danach wurde er Dekan der Wissenschaftsfakultät der Universität von Addis Abeba und diente im Anschluss 8 Jahre lang als Präsident der Asmara Universität. Heute ist Tewolde Berhan Direktor der Äthiopischen Umweltbehörde, die gleichbedeutend mit dem äthiopischen Umweltministerium ist. Tewolde Berhan ist ein weltweit anerkannter Experte in den Bereichen Biodiversität, Saatgut, Patente auf Leben und Intellektuelle Eigentumsrechte (TRIPS) und hatte wesentlichen Einfluss auf die Gestaltung der Biodiversitäts-Konvention und die Verhandlungen zur Bio-Sicherheit.

Zu seinen zahlreichen internationalen Auszeichnungen gehört unter anderem der "Alternative Nobelpreis". "Ich fühle mich als ein lokaler, ländlicher und kommunaler Bürger. Ich glaube, dass die ganze Welt eine Gemeinschaft ist. Wir haben große Fortschritte bei der weltweiten Durchsetzung lokaler gemeinschaftlicher Rechte gemacht und wir werden alles tun, um dies weiterzuführen."




Roberto Ugas | Peru (OWA 2010)


Roberto Ugas ist ein peruanischer Agronom, der sein Studium in Peru, Holland und Japan absolvierte. Er hält eine Stelle als Dozent und Forscher für Gartenbau an der Universidad Nacional Agraria La Molina (Nationale Universität für Agrarwissenschaften in La Molina) und ist nebenbei als Berater für ländliche Entwicklung, Agroökologie, Agrobiodiversität und ökologischen Landbau tätig. Roberto Ugas ist der oberste Berater von Perus Nationalverband Ökologischer Landwirte (ANPE) und ist Mitglied der Nationalen Kommission für Ökologische Produkte (CONAPO), dem Sachverständigenrat, der die erste Bio-Verordnung des Landes entwickelte.

Roberto Ugas hält Mitgliedschaften in verschiedenen wissenschaftlichen Gesellschaften wie ISOFAR, SOCLA und EducAndes, einer Vereinigung zur Förderung der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Außerdem war er Mitglied des Direktoriums von SEPIA, einem Think Tank, der sich mit kleinbäuerlicher Landwirtschaft und Wirtschaften befasst. Ugas ist Mitglied bei GALCI, der regionalen, lateinamerikanischen IFOAM-Gruppe und kümmerte sich 15 Jahre lang um das IFOAM Akkreditierungsprogramm, bei dem er später zusammen mit IOAS im Vorstand des Akkreditierungskommittees den Vorsitz führte. Roberto Ugas war auch Mitglied der Arbeitsgruppe, die die Grundsätze und Definitionen für ökologische Landwirtschaft entwickelte.




Alberto Pipo Lernoud | Argentinien (OWA 2008)


Alberto Lernoud ist Journalist, Dichter, Aktivist, Händler und Pionier der argentinischen Öko-Bewegung. Bereits 1983 begann Alberto Lernoud eine ökologische Landwirtschaft zu betreiben.

Zusammen mit seiner Frau startete er 1989 mit "El Rincon Organico" den ersten argentinischen Bioladen, zusammen mit einem Heimlieferdienst und einem Catering Unternehmen. Sein Laden ist noch heute erfolgreich, im Jahr 2000 wurde eine Exportabteilung gegründet. Bis Ende 2007 war er Präsident der "Fundación Cocina de la Tierra", einer Nicht-Regierungs-Organisation, die sich mit der Entwicklung indigener Lebensmittel und Lebensmittelmärkten in Lateinamerika beschäftigt. Als Umweltaktivist gründete er 1982 die erste Bio-Verbraucher-Kooperative "Al pan pan", zwei Jahre später gründete er die erste argentinische Bio-NRO (CENECOS) und 1995 den Dachverband MAPO. Alberto Lernoud arbeitete ab 1998 im IFOAM World Board und bekleidete dort 7 Jahre auch die Position des Vizepräsidenten.

Als Journalist verlegte er zahlreiche Musik- und Ökologiemagazine und ist Autor mehrerer Bücher über alternative Kultur. Er schrieb mehrere Texte für Rocksongs und hat kürzlich eine Anthologie seiner Arbeit ("Sin tiempo, sin memoria" 2006) publiziert. Er hält Dichterlesungen und Seminare im ganzen Land. In der OWA-Jury repräsentiert Alberto Lernoud die IFOAM, die OWA-Schirmherrin.




Joseph Wilhelm | Germany


Der Biopionier und Aktivist ist Gründer und Vorstand von RAPUNZEL in Legau / Deutschland. Joseph Wilhelm startete seine landwirtschaftliche Laufbahn auf dem elterlichen Hof im schwäbischen Großaitingen. Schon als Jugendlicher unternahm er Reisen ins Ausland. Nach einer biologisch-dynamischen Ausbildung eröffnete er 1974 zusammen mit Jennifer Vermeulen einen der ersten Bioläden Deutschlands mit Biogärtnerei und Holzofenbäckerei. 1976 gründen sie das Lebensmittel- und Großhandelsunternehmen RAPUNZEL.

Heute ist RAPUNZEL einer der größten Hersteller für biologische Lebensmittel in Deutschland, der seine Produkte in 40 Länder exportiert. Joseph Wilhelm gründete mit dem RAPUNZELTürkei- Projekt eines der größten Bioanbau- und Verarbeitungsprojekte der Türkei. Die Verknüpfung von fairem Handel und Bioanbau ist ein weiteres zentrales Anliegen seines Einsatzes. Zahlreiche Projekte auf der ganzen Welt wurden mit Geldern aus dem von ihm gegründeten HAND IN HAND-Fonds gefördert. Joseph Wilhelm engagiert sich gegen Agro-Gentechnik, z.B. 2007 und 2009 mit seinem Marsch "Genfrei Gehen" quer durch Deutschland bzw. nach Brüssel.




Bernward Geier | Germany


Bernward Geier wurde 1953 geboren. Nach Ableistung seines Friedensdienstes als Kriegsdienstverweigerer in einem Ghetto in Washington D.C. studierte er Kulturgeschichte in Mexiko und Landwirtschaft an der Universität von Kassel. Dort arbeitete er 5 Jahre lang als Wissenschaftler und Dozent in der Fakultät für Ökologischen Landbau. Ab 1986 arbeitete er 18 Jahre lang als Direktor im weltweiten Dachverband der ökologischen Landwirtschaft IFOAM.

Berward Geier ist Journalist, politischer Aktivist, Mitglied der "Future of Food Commission" und aktives "Slow Food“ Mitglied. Er lebt auf einem kleinen Biohof und ist derzeit Direktor der Beratungsgesellschaft COLABORA-let´s work together. Er koordiniert die Preis-Initiative und dient der One World Award Jury als (nicht wahlberechtigter) Vorsitzender. "Global denken und lokal handeln??....das greift zu kurz. Wir leben in einer "glokalen" Welt und müssen daher sowohl global als auch lokal denken und handeln."




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