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Mary Vattamattam und Bablu Ganguly aus Indien | OWA GOLD 2014


Im Kollektiv die Welt verbessern


Mary Vattamattam und Bablu Ganguly aus Indien sind die Gründer des Timbaktu-Kollektivs, einer Gewerkschaft der Landarbeiter in Andhra Pradesh. Das Timbaktu-Kollektiv entstand aus dem politischen Engagement beider, sowie der Vision der Landbevölkerung ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Wichtig ist sich selbst zu verwalten und auf nachhaltige Weise, in Harmonie und unter Gleichberechtigung der Geschlechter miteinander zu leben. Heute gehören 20.000 Kleinbauern und Landarbeiter aus 156 Dörfern zum Kollektiv - die aktuelle Mitgliederzahl liegt bei über 200.000.

Mary Vattamattam ist seit über 35 Jahren im Bereich der ländlichen Entwicklung und als Sozialarbeiterin engagiert. Der Fokus ihrer Arbeit liegt dabei auf den Themen Armutsbekämpfung und Frauenrechte. Sie arbeitet neben Frauen, vor allem mit Kindern, Dalits (früher „Unberührbare“), indigenen Gruppen, Menschen mit Behinderung, Landarbeitern und Kleinbauern. Als passionierte Netzwerkerin hat sie z.B. den Aufbau von OXFAM in Indien begleitet.

Bablu Ganguly war u.a. in der marxistischen Bewegung aktiv, wo er auch eine Propaganda-Theatergruppe leitete. Bei ihm stehen Menschenrechtsfragen im Mittelpunkt. Mit viel praktischem Engagement baute er die Öko-Bewegung auf und setzt sich besonders für die Themen Ernährungssicherheit und - souveränität ein. Er bringt seinen großen Erfahrungsschatz als Aktivist, Trainer, Theoretiker, Schauspieler, Fundraiser und Kommunikator in das Kollektiv ein.











Die äußerst vielfältige und weitreichende Arbeit wird in unterschiedlichen Abteilungen koordiniert. Unter dem Namen Chiguru setzt sich das Timbaktu- Kollektiv für Bildung, alternative Erziehung und besonders für die Rechte von Kindern und Jugendlichen ein. Die Naturschule Prakruti Badi bietet vor allem Kindern mit sozialen Handicaps eine gute Schulbildung. In den Mogga-Projekten arbeitet das Timbaktu- Kollektiv mit über 2.000 Kindern in 45 Dörfern zusammen. Hier sollen die Kinder hinsichtlich ihrer ökologischen Rechte auf ein gutes Leben, ihres Umwelterbes und ihres Rechts auf Bildung gefördert werden. Begleitet wird das Angebot durch eine herausragende Umwelterziehung.

Unter Dharani werden die Aktivitäten im Bereich des biologischen Landbaus gebündelt. Etwa 1.800 Bauernfamilien in unzähligen Sanghas (Vereine) bewirtschaften etwa 3.500 Hektar Land. In drei Kooperativen wird sowohl ausgebildet als auch die Weiterverarbeitung und Vermarktung der Bio-Produkte organisiert. Dies sichert die Teilhabe an der Wertschöpfungskette und führt zu merklich besseren Einkommen.

650 Landarbeiterfamilien konnten durch das Gramasiri- Projekt bereits Ziegen erwerben, um mit der Fleischvermarktung unabhängige Kleinunternehmer zu werden. Militha wiederum vereint die Aktivitäten für Menschen mit Behinderung. Sie erhalten ebenfalls Ausbildungsmöglichkeiten und ganzheitliche Unterstützung, um kleine Unternehmen zu gründen, wie z.B. eine Seifen- Produktion.

Das größte und weitreichendste Programm jedoch heißt Swasakthi. Vier große Kooperativen bieten in diesem Verbund Bankdienste, Mikrokredite und eine Rechtsberatung an, um die Menschenrechte der Frauen zu schützen. Über 17.000 Frauen sind Mitglieder. Gemeinsam verwalten sie das beachtliche Kapital von 1,4 Millionen Euro.

Sehr beeindruckend und erfolgreich ist auch die Arbeit im Bereich des natürlichen Ressourcen-Managements. Unter dem Projekttitel Kalpavalli beauftragen die Sanghas Naturschützer, die großflächig zerstörte Landschaften rekultivieren. Bis dato wurden bereits über 3.000 Hektar ökologisch renaturiert und auf der etwa gleich großen Fläche Naturschutzgebiete und Korridore für Wildtiere angelegt.

Alle diese vielfältigen und komplexen Aktivitäten koordiniert die Verwaltungsstruktur Sruthi, die 110 Vollzeit- und 90 Teilzeitarbeiter beschäftigt. Es ist höchst beachtenswert wie viel eine selbstbestimmte und gerechte ländliche Entwicklung tatsächlich innerhalb gesellschaftlicher Strukturen bewirkt. Vor allem in sogenannten sozialistischen Ländern in denen viele Kollektive scheiterten ist ein auf Solidarität, Ökologie und Gerechtigkeit basierendes Geschäftsprinzip außergewöhnlich.

Bei aller Anerkennung für die Menschen, die sich im Timbaktu-Kollektiv engagieren, bedarf es jedoch auch visionärer Führungspersönlichkeiten. Mary Vattamattam und Bablu Ganguly, die Hand in Hand arbeiten, um mit und für das Kollektiv eine so einmalige Erfolgsstory zu schreiben. Das harmonische Teilen von Verantwortung und die enorme Arbeitsleistung der beiden bilden das Fundament  für ein beispielhaftes Kollektiv. Es trägt ein notwendiges neues und ökonomisches Paradigma in die Welt. Ein Paradigma, das den Profit nicht über Mensch und Natur stellt. Das Timbaktu-Kollektiv zeigt uns, wie gelebte Gemeinwohl-Ökonomie gelingen kann.

Besuch beim Besuch Timbaktu Kollektiv
www.timbaktu.org



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